Gute Schulen neu bauen!

 

Rapider Anstieg der Schülerzahlen – Kein ausreichender Schulraum vorhanden

Die Geburtenzahlen in Duisburg steigen rapide an. 2012 wurden 4.052 Kinder in Duisburg geboren, 2017 waren es schon 5.021. Tausend Kinder mehr in 5 Jahren bedeutet eine Steigerung um 25%.

Diese Kinder werden in den kommenden Jahren nach und nach schulpflichtig. Sie kommen zunächst in die Grundschulen und gehen von dort auf die weiterführenden Schulen. Die Zahlen der zugewanderten Kinder sind noch gar nicht eingerechnet. Deutlich absehbar ist heute: Die Kapazitäten an den Duisburger Schulen reichen bei weitem nicht aus, um all diesen Kindern einen Schulplatz anzubieten.

Die Stadt Duisburg hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Schulen geschlossen, da mit einem Schülerrückgang gerechnet wurde. Seit mindestens drei Jahren ist absehbar, dass der Trend gegenläufig ist und die Schülerzahlen steigen. Aktuell reagiert die Stadt Duisburg mit immer größeren Klassen in stark veralteten Gebäuden, der Aufstellung von Containern an Schulen, der Gründung von Dependancen durch Wiederinbetriebnahme stillgelegter Schulgebäude, der Doppelnutzung von Räumen für Unterricht und Betreuung sowie der Erhöhung der Zügigkeit (bis zu 5-zügiger Grundschule und 7-zügiger Gesamtschule). Zudem konnte eine Beschulung an vielen Standorten nur durch eine deutliche Erhöhung der Klassenfrequenzen über den vom Land vorgegebenen Klassenfrequenzrichtwert sichergestellt werden. All diese Maßnahmen sind pädagogisch fragwürdig. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes eine billige Lösung.

Gute zukunftsfähige Schulen sind

  • kleine Schulen (an Grundschulen in der Regel bis maximal 3 Züge, an weiterführenden Schulen bis maximal 6 Züge),
  • Schulen, die Differenzierungsmöglichkeiten für eine immer heterogenere Schülerschaft bieten,
  • Schulen, die auch räumlich eine förderliche Umgebung für Gemeinsames Lernen (Inklusion) ermöglichen,
  • Förderschulen, die den jeweiligen Förderschwerpunkten entsprechend räumlich sinnvoll ausgestattet sind und den wachsenden Schülerzahlen entsprechend erweitert werden,
  • Schulen, die dem wachsenden Bedarf nach Ganztagsplätzen gerecht werden.

Die meisten Duisburger Schulen sind für die pädagogischen Bedürfnisse des vergangenen 20. Jahrhunderts gebaut und werden heutigen Anforderungen nicht gerecht.

Notwendig wäre deshalb der Bau neuer Schulen: 1.000 Kinder mehr bedeuten 40 Züge mehr, das sind 10-20 neue Grundschulen und 6-10 neue Schulen im S-I-Bereich.

Neue Schulbauten bieten zahlreiche Möglichkeiten:

  • Optimale Raumkonzepte, die auf Heterogenität und die schulischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte angemessen reagieren
  • Schul- und Klassengrößen, die sich an pädagogischen Erkenntnissen orientieren
  • Besonders gute Projekte vor allem in sozial benachteiligten Stadtteilen
  • Räume für Unterricht, Differenzierung, Inklusion, Betreuung u.v.m.

Unsere Forderungen gehen an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung der Stadt Duisburg und des Landes Nordrhein-Westfalen: Benötigt werden Konzepte für eine qualitative Schulentwicklung, die den Neubau von Grund- und weiterführenden Schulen in die Planung und Umsetzung aufnimmt (Stadt) und dies mit entsprechenden Finanzmitteln absichert (Land).

Die Weichen für die Zukunft werden jetzt gestellt. Die bestmögliche Bildung von Kindern und Jugendlichen muss im Zentrum stehen. Ohne den Bau zahlreicher neuer Schulen hat Bildung in Duisburg keine Zukunft.

 

Das Bündnis „Gute Schulen neu bauen!“ wird getragen von:

Elternschaft Duisburger Schulen EDUS
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW
Schulleitungen der Duisburger Schulen

Das Bündnis „Gute Schulen neu bauen!“ wird unterstützt von:

Arbeitskreis Schule und Stadtteil e.V. AKSUS
Bürgerverein Duisburg-Mündelheim 1988 e.V.
Der Paritätische Duisburg
DGB Niederrhein
DIE LINKE Kreisverband Duisburg
Forum für Interkulturelle Information & Bildung e.V.
GRÜNE Duisburg
Meidericher Bürgerverein von 1905 e.V.
res novae e.V.
Verband Bildung und Erziehung VBE Duisburg
Forum für Interkulturelle Information & Bildung e. V.